Behandlungsverlauf

Entstehung mechanischer Schmerzen

Die Anzahl der benötigten Behandlungen hängt von der individuellen Situation des Patienten ab. Dabei spielen die Heftigkeit der Beschwerden, Alter des Patienten und Dauer der Symptome eine Rolle. In den folgenden Abschnitten wird erklärt, wie mechanische Probleme entstehen können und wie ihre Behandlung in Phasen unterteilt werden kann.

Die Gesundheit von Zähnen, Augen, Herz und Blutdruck oder andere Organe, lassen sich viele Menschen in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Die gleiche Fürsorge auch dem Bewegungsapparat zukommen zu lassen, wie es bei der heute häufigen Über- oder Fehlbelastung sinnvoll wäre, ist jedoch nicht üblich. Viele Patienten kümmern sich leider erst um ihren Rücken, wenn nach jahrelanger Vernachlässigung Schmerzen, Verspannungen oder gar eine notwendige Operation sie dazu treiben.

Falsche Angewohnheiten oder Haltungen im Alltag, Stürze oder Unfälle können kleine Bewegungseinschränkungen oder Fehlstellungen einzelner Gelenke auslösen, häufig unbemerkt oder mit nur leichten anfänglichen Schmerzen. Der Körper versucht diese Fehlfunktionen ruhig zu halten und andere Gelenke kompensatorisch mehr zu belasten, welches teils über Monate oder Jahre aufrechterhalten werden kann. Doch das Leben geht weiter: Alltagshaltungen, Stürze und Stress fügen neue zu kompensierende Probleme hinzu, bis keine Ausweichmöglichkeiten mehr vorhanden sind und die Schmerzgrenze überschritten wird. So kann es vorkommen, dass Schmerzen ohne die üblichen deutlichen Auslöser wie falsches Heben von Lasten oder Unfälle entstehen: Niesen, Socken anziehen oder einfach nur in falscher Haltung schlafen können dann Gründe sein für plötzlich und heftig einsetzende Schmerzen.

Symptomatische Phase

Dies ist die Phase, in der die meisten Menschen sich aufmachen, um Linderung zu erhalten. Ist man jung und adaptionsfähig, ohne schon bestehende mechanische Störungen, wie im vorherigen Absatz beschrieben, braucht der Körper ca. 2 bis 7 Tage, um neue Wege zu finden, die schmerzende Stelle entlasten zu können. Schulmedizinisch werden die Schmerzen dieser Phase verkürzt, meist durch Hilfe von Betäubung, Entzündungshemmung und entkrampfender Medikamente; der Funktionsverlust und dessen Folgen wird häufig nicht verändert. Hierin besteht der Unterschied zur chiropraktischen Behandlung. Die Funktionsverbesserung durch das Lösen blockierter Gelenke kann zur einer Schmerzlinderung und Abnahme der Gelenksschwellung führen, somit kann die zum Schutz verkrampfte, umliegende Muskulatur sich wieder entspannen.

Zusätzlich werden benachbarte oder statisch wichtige, alte Funktionsstörungen korrigiert. Dies lässt das schmerzende Gebiet zur Ruhe kommen und beschleunigt den Heilungsprozess. Die Suche nach den zu Grunde liegenden Ursachen verhindert das Wiederauftreten der gleichen Symptome zu einem späteren Zeitpunkt. Während des Schmerzes wird empfohlen, die Behandlung nach 2 bis 4 Tagen fortzuführen. Durchschnittlich werden 2 bis 5 Behandlungen benötigt, den akuten Schmerz zu beenden.

Stabilisierende Phase

Sind die Schmerzen erst einmal wieder verschwunden, hört das »sich um den Rücken kümmern« bei vielen Patienten wieder auf. Einige haben jedoch schon erlebt, dass die Schmerzen nach einigen Tagen, bzw. Wochen erneut auftreten. Denkt man beispielsweise an einen verstauchten Fuß, können mit der richtigen Therapie die anfänglichen Schmerzen recht schnell verschwinden. Bis die Bänder wieder genauso belastungsfähig wie vor der Verletzung sind, kann es jedoch Monate dauern. Daher raten wir den Patienten nach einer symptomatischen Phase, den Körper eine zeitlang während der Heilung zu begleiten. Alte, festgefahrene, unterbewusste Bewegungsmuster heißt es zu erneuern. Es ist sozusagen für das Nervensystem eine ungewohnte Übung Gelenke, die über lange Zeiträume nicht mitbewegt werden konnten, wieder in den normalen Bewegungsablauf mit einzubeziehen.

Neben der chiropraktischen Begleitung des Bewegungsapparates, ist vor allem das Umlernen falscher Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten wichtig, worauf Sie im Verlauf der Behandlung hingewiesen werden. Wenn nötig, werden unterstützend Übungen zum Muskelaufbau und zur Dehnung gezeigt. Behandlungsabstände sollten in dieser Phase nicht mehr als 1 bis 3 Wochen betragen.

Präventive Phase

Da der Alltag mit seinen Fehlbelastungen und Hebelwirkungen physikalischen Einfluss auf unsere Knochen und Muskeln ausübt und man zusätzlich auch noch anderen, nichtmechanischen Stressfaktoren ausgesetzt ist, bleibt es nicht aus, dass nach gewisser Zeit kleine Funktionsstörungen wieder auftauchen. Daher nehmen viele meiner Patienten die Möglichkeit der Vorsorgetermine war. Hierdurch soll gewährleistet werden, mechanische Probleme zu lösen, bevor Symptome entstehen. Die Häufigkeit dieser „Check up‘s“ hängt von der täglichen Belastung und der Vorgeschichte ab. So kommen einige unserer Patienten ein bis zwei Mal im Jahr, andere bevorzugen es sich alle ein bis zwei Monate behandeln zu lassen, um schmerzfrei zu bleiben.